Erderwärmung lässt Permafrostböden schmelzen
Nachricht vom 21.2.2011
Washington – Durch die globale Erwärmung werden bis 2200 ein bis zwei Drittel der weltweiten Dauerfrostböden auftauen, so das Ergebnis einer aktuellen Studie. Dabei würden rund 190 Milliarden Tonnen Kohlenstoff in Form klimaschädlicher Treibhausgase freigesetzt, warnen Forscher des US-Schnee- und Eisdatenzentrums NSIDC an der Universität von Colorado in ihrer vergangenen Mittwoch veröffentlichten Studie. Daraus resultiert, dass die derzeit angestrebten Klimaziele viel zu gering sind.
Konkret lagern in den Permafrostböden, zum Beispiel in Russland und Kanada, seit der letzten Eiszeit Unmengen an gefrorenen Pflanzenresten. Nach dem Auftauen fangen sie an zu verrotten und setzen dabei Treibhausgase frei, vor allem das stark klimaschädliche Methan (CH4), aber auch Kohlendioxid (CO2). Die Forscher erstellten für die Studie ein Modell des Zerfalls pflanzlichen Materials unter den klimatischen Bedingungen die nach gängigen Annahmen im Jahr 2200 vorherrschen werden. Zugrunde gelegt wurde eine Erderwärmung von zwei bis drei Grad Celsius.
Zusätzlich 20 Prozent Emissionen
NSIDC-Forscher Kevin Schaefer erklärte: "Die Menge an freigesetztem Kohlenstoff entspricht der Hälfte des Kohlenstoffs, der seit dem Beginn des industriellen Zeitalters freigesetzt worden ist." Das entspricht etwa einem Fünftel von dem, was sich derzeit in der Atmosphäre befindet. Daher sei es wichtig diese zusätzlichen Emissionen in die Definition von Klimaschutzzielen mit einzubeziehen. Schaefer sagte weiter: „Es ist sowieso schon schwierig genug, unsere Emissionen zu senken, aber nun werden wir sie noch mehr senken müssen."
Wirtschaftskrise senkt Ausstoß
Nach Informationen der US-Umweltbehörde EPA sank der Treibhausgasausstoß im Jahr 2009 durch die Wirtschaftskrise in den USA auf den niedrigsten Wert seit 1995. Die Werte lagen Angaben zufolge sechs Prozent unter denen von 2008, aber immer noch 7,4 Prozent über denen von 1990. Bei der Aufstellung der Klimaschutzziele bezieht man sich im Allgemeinen auf das Jahr 1990 als Vergleich.

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